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Pressemitteilung vom 22.09.2009

Fahrplan für den Abzug der deutschen Soldaten aus Afghanistan

SPD-Bundestagsabgeordneter Christian Lange besucht Pressehütte Mutlangen: Wer Atomausstieg will muss SPD wählen

Im Gespräch mit den Vorstandsmitgliedern Wolfgang Schlupp-Hauck und Lotte Rodi sowie der Koordinatorin des Freiwilligen Sozialen Jahres Brigitte Schlupp-Wick sowie den Teamern des Internationalen Workcamps kamen viele Fragen auf den Tisch, die die Mitglieder der Pressehütte brennend interessieren. Im Mittelpunkt des Gesprächs stand die  Frage nach einem baldigen Abzug der deutschen Soldaten aus Afghanistan.

Lange: „Wir müssen so schnell, wie möglich raus aus Afghanistan, aber auch so lange wie nötig dort bleiben, um Sicherheit und Stabilität vor Ort zu gewährleisten. Afghanistan darf nicht wieder zum Zufluchtsort für Terroristen werden. Die Regierung muss Sicherheit und Stabilität aus eigener Kraft sicherstellen können. Die elementaren Menschenrechte müssen gewahrt sein. Je schneller wir diese Ziele erreichen, desto schneller können wir unser militärisches Engagement in Afghanistan beenden. Frank-Walter Steinmeier hat deutlich gemacht, dass er als Bundeskanzler einen konkreten Fahrplan für den Abzug der deutschen Soldaten aus Afghanistan aushandeln wird. Unser Ziel ist, das Land so schnell wie möglich wieder in die volle Kontrolle einer demokratisch - legitimierten afghanischen Regierung zu übergeben.

Wir brauchen unseren zivilgesellschaftlichen und entwicklungspolitischen Ansatz, nach dem wir beispielsweise den Aufbau der Infrastruktur, Projekte des kulturellen Dialogs sowie bildungspolitische Initiativen fördern. Darüber hinaus müssen wir uns für unseren zivil-militärischen Ansatz einsetzen, nach dem wir die Ausbildungsanstrengungen für die afghanischen Sicherheitskräfte verstärken. Je besser es uns gelingt Afghanistan in seiner Eigenständigkeit zu unterstützen, desto eher können unsere Soldaten wieder nach Hause kehren. "

Weiteres Gesprächsthema war, die Abschaffung aller Atomwaffen. Wolfgang Schlupp-Hauck drängte, dass in den nach den Wahlen anstehenden Koalitionsverhandlungen, das Ziel eines atomwaffenfreien Deutschlands festgeschrieben wird.

Lange bemerkte dazu: "Unser Ziel ist eine Welt ohne Atom- und Massenvernichtungswaffen. Wir wollen, dass alle substrategischen Nuklearwaffen aus Europa vollständig abgezogen werden. Das gilt auch für die noch in Deutschland verbliebenen Nuklearwaffen. Die substrategischen Nuklearwaffen sind ein Relikt des Kalten Krieges und heute militärisch obsolet. Mit unseren Partnern wollen wir eine neue Verständigung über die zukünftige strategische Ausrichtung der NATO erarbeiten. Wir werden uns dafür einsetzen, dass der Abzug aller in Deutschland und in Europa stationierten substrategischen Nuklearwaffen im Rahmen der geplanten amerikanisch-russischen Abrüstungsgespräche thematisiert wird. Diese Ziele unterstütze ich auch durch meine Mitgliedschaft im „Parlamentarischen Netzwerk für Nukleare Abrüstung und Nichtverbreitung" (PNND)." Der Abgeordnete sagte zu, die Aktionsreise der Pressehütte von Jugendlichen zur UNO zu unterstützen.

Lotte Rodi  betonte im Gespräch mit dem Abgeordneten die Bedeutung des Atomaustiegs. Lange: „Wer den Atomausstieg will, muss SPD wählen. Die Alternative dazu ist Schwarz-Gelb." Die SPD stehe fest zum Atomausstieg, da Atomenergie den Ausbau der Erneuerbarer Energien verhindere.

Lange weiter: „Die Nutzung der Kernkraft ist kein Beitrag zur bezahlbaren Energieversorgung, andernfalls müssten die die Strompreise derzeit sinken, denn die Atomkraftwerke laufen ja. Die SPD wird diese verantwortungslose Energiepolitik keinesfalls mittragen, mit der wir immense radioaktive Müllberge produzieren. Der dezentrale Ausbau der erneuerbaren Energien, schafft mehr Anbieter am Markt und beherrschbare Systemrisiken durch fluktuierende Einspeisung. Wir unterstützen eine Erzeugung nah am Verbraucher sowie die Stärkung bestehender Energieversorgungsstrukturen wie z.B. von Stadtwerken. Um konventioneller Energien ernsthaft Konkurrenz zu machen, muss es aber auch große Unternehmen geben."

Der SPD ist es darüber hinaus ein dringendes Anlie­gen, dass Kernenergie auf sichere und friedliche Weise genutzt wird.

Lange: „Wo sie eingesetzt wird, entsteht aber zwangsläufig Proliferationsgefahr. Daher muss die zivile Nutzung von Atomenergie im Einklang mit den strengsten Normen der Nichtverbreitung erfolgen. Das Recht auf friedliche Nutzung der Kernenergie im Einklang mit der Verpflichtungen zur Nichtverbreitung ist im Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen niedergelegt. Dieses Recht unterstützen wir nachdrücklich, jedoch bergen die Brennstoffkreislauftechnologien besondere Verbreitungsrisiken. Als Besitzer modernster Anreicherungstechnologien fühlen wir uns in besonderem Maße dafür verantwortlich, die multilaterale Zusammenarbeit auf diesem Gebiet unter Beachtung strengster Normen der Nichtverbreitung weiter auszubauen."