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Pressemitteilung vom 18.06.2009
"Vier Tage Bundestagsabgeordneter"
Im Deutschen Bundestag nehmen Jugendliche aus ganz Deutschland am parlamentarischen Planspiel „ Jugend im Parlament“ teil. Vier Tage lang schlüpften 309 politisch interessierte junge Menschen, von 16 bis 20 Jahre, in die Rollen von Abgeordneten. Ziel ist es die Arbeit eines Abgeordneten original getreu im Bundestag mitzuerleben und sich ganz und gar auf die Debatten und den Gang der Gesetzgebung einzulassen. Der Gmünder SPD-Bundestagsabgeordnete Christian Lange betreute die 18-jährige Lisa Geiger, Schülerin des Rosenstein- Gymnasiums aus Heubach.
Das Plenarspiel begann mit der Bekanntgabe eines fiktiven Lebenslaufs, der an den Werdegang eines Bundestagsabgeordneten, angelehnt ist und den die Jugendlichen für vier Tage zu Politikern macht. Lisa Geiger ist nun nicht mehr 18 Jahre alt, sondern 30, kommt aus Affinghausen in Niedersachsen und hat zwei Söhne. Mia Kienzel ist ihr fiktiver Name. Sie unterrichtet Geschichte und Politik am Gymnasium und ist jetzt als Mitglied der Konservativen Volkspartei im Bundestag. Das ist ihre neue Identität, die sie während des Plenarspiels vertritt.
Die politische Arbeit im Parlament soll möglichst getreu nachgestellt werden. Fünf Fraktionen gibt es, eine Konservative Volkspartei, die Arbeiterpartei Deutschlands, die Liberale Reform Partei, die Partei der Sozialen Gerechtigkeit und die Ökologisch Soziale Partei. Angelehnt an die fünf Fraktionen im Bundestag.
Dem Ausschuss Jugend und Familie zugeteilt musste Lisa Geiger nun die Förderungen ihrer Partei, in der Frage nach „Direkter Demokratie“ vertreten. „Es ist nicht immer leicht, die Partei, die Interessen der Wähler und dann die eigene Meinung unter einen Hut zubekommen.“, stellt sie fest.
Auch Kompromissbereitschaft wird von den Jugendlichen gefördert, da die Konservative Partei mit der Arbeiterpartei Deutschlands eine Koalition bildet. Fragen wie, soll die Volksinitiative eingeführt werden, diskutieren die Jung- Politiker in ihren Ausschüssen stundenlang. Es müssen Entscheidungen getroffen werden, mit denen beide Fraktionen leben können. Vor- und Nachteile des Antrags musste Lisa Geiger mit ihren Parteikollegen durchgehen. Am Ende wurden Redner bestimmt, die ihre Parteien im Plenum vertreten werden.
Am letzten Tag des Plenarspiels bot sich ein ungewohntes Bild. Die blauen Sitze im Plenarsaal des Reichstagsgebäudes waren von Jugendlichen besetzt, am Rednerpult trugen die Redner ihre Argumente vor und rechtfertigten sich vor den politischen Gegner.
Anschließend konnten die Jung- Politiker in einer Podiumsdiskussion ihre Fragen an die Vorsitzenden der fünf im Deutschen Bundestag vertretenen Fraktionen loswerden. Eineinhalb Stunden beantworteten die Herrn Struck(SPD), Westerwelle(FDP), Gysi(Die Linke), sowie Frau Künast(Bündnis 90/ Die Grünen) und Frau Bär(CDU/CSU), geduldig die Fragen der Jugendlichen.
Auch Bundestagspräsident Norbert Lammert stellte sich den Fragen seines jungen Publikums. Während des Planspiels nahmen sich Christian Lange Zeit für Lisa Geiger, „seine Jungparlamentarierin“. Diese erfuhr dort viel Persönliches und konnte sich für die Gelegenheit, am Plenarspiel teilzunehmen, bedanken.
Für Lisa Geiger waren es spannende und interessante Tage, die sie in Berlin verbringen durfte. „ Es ist großartig, dass Jugendliche die Möglichkeit bekommen, so nahe am Leben eines Politikers teilzunehmen. Man lernt in dieser Zeit vieles, vor allem, dass es für Abgeordnete keinen Dienstschluss nach Plan gibt. Man hat über den Feierabend hinaus Verpflichtungen und es ist wirklich harte Arbeit, ein richtiger Vollzeitjob.“