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Pressemitteilung vom 05.01.2008

"Gehälter und Löhne müssen sich sozial verantworten, und zwar nach oben und nach unten"

Liebe Leserin, lieber Leser,

seit Wochen findet in Deutschland eine Diskussion über Mindestlohn und Managergehälter statt. Einerseits leben in Deutschland Menschen, die von ihrem Lohn nicht anständig leben können – obwohl sie voll arbeiten. Andererseits verdienen Manager zum Teil das 100fache oder noch mehr von einem Angestellten. Da stellen mir viele Bürgerinnen und Bürger zu Recht die Frage: „Ist das gerecht?“.

Für mich als sozialdemokratischer Bundestagsabgeordneter steht fest: Gehälter und Löhne müssen sich sozial verantworten, und zwar nach oben und unten!

Im unteren Lohnbereich brauchen wir in Deutschland dringend einen gesetzlichen  Mindestlohn. Denn Menschen, die arbeiten, müssen von ihrem Lohn anständig leben können. Alles andere ist unsozial und unchristlich. Für mich ist es eine Frage von Menschenwürde. Daher hoffe ich in dem neuen Jahr darauf, dass bei unserem Koalitionspartner Vernunft einkehrt und die CDU einen allgemeinen Mindestlohn nicht weiterhin blockiert. Sonst werden wir Branche für Branche den Mindestlohn durchsetzen!

Doch nicht nur im unteren Lohnbereich, sondern auch im oberen muss genauer hingeschaut werden. Ist es sozial verantwortbar, wenn Manager das 100fache (und vielmals noch wesentlich mehr!) eines normalen Angestellten verdienen?
Die SPD sieht die Entwicklung der überhöhen Managergehältern und Abfindungen sehr kritisch. Erinnert sei an die zeitgleiche Entlassung tausender Arbeitnehmer bei Erhöhung der Vorstandsbezüge, etwa bei der Deutschen Bank. Daher hat die SPD eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die sich mit der Angemessenheit und Transparenz von Managergehältern befasst, der ich angehöre.

Ich setze mich seit ich in den Bundestag gewählt wurde für Transparenz und Offenlegung an. So habe ich dafür gekämpft, dass Nebeneinkünfte von Abgeordneten transparenter gestaltet werden. Das Bundesverfassungsgericht hat die Regelung im Juli 2007 bestätigt. Ich persönlich veröffentliche mein Einkommen bereits seit Jahren auf meiner Homepage. Denn nur durch Transparenz kann das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger gewonnen werden. Neiddebatten entstehen dort, wo Spekulationen Informationen ersetzen: das gilt in der Politik wie auch in der Wirtschaft. Alles andere schadet der politischen Kultur in Deutschland – und das Vertrauen in unsere soziale Marktwirtschaft schwindet.
Daher denken wir in der Arbeitsgruppe an Korrekturen im Aktienrecht, wir sprechen aber auch über das Steuerrecht. Leistung muß sich lohnen, doch gerade für jene, die hart arbeiten und sich an die Regeln halten, muß die Bezahlung noch nachvollziehbar sein. Sonst verliert unsere Gesellschaft an sozialem Zusammenhalt. Im Frühjahr wollen wir die ersten Ergebnisse präsentieren.

Ich wünsche Ihnen ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2008, 


Ihr Christian Lange