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Pressemitteilung vom 26.09.2008

Lange: Die Finanzmarktkrise hat die Welt verändert

Angesichts der schweren Krise an den Finanzmärkten der vergangenen Wochen erwartet der parlamentarische Geschäftsführer der SPD- Bundestagsfraktion tiefgreifende Veränderungen: „Die Krise an den Finanzmärkten hat die Welt verändert. Wir sollten uns nicht täuschen: Die Welt wird nicht mehr so sein wie zuvor“. Bei Wertkorrekturen in Höhe von bislang etwa 550 Milliarden gerate insbesondere die Position der USA im internationalen Finanzsystem ins Wanken, so Lange. „Wir
beobachten im Moment das Ende der Stellung der Vereinigten Staaten als Supermacht des Weltfinanzsystems. Dabei müssen die USA begreifen, dass ihre Haltung, nach der der Markt alles von alleine regele, die Ursache der heutigen Probleme ist. Diese Krise hätte verhindert werden können“.

Der SPD- Abgeordnete begrüßt deshalb auch die Haltung des Bundesfinanzministers Peer Steinbrück, der Forderungen, auch in Deutschland ein Rettungspaket für marode Banken wie in den USA zu schnüren, eine klare Absage erteilt. Die US-Regierung will mit einem 700-Milliarden- Dollar-Paket der Bankenkrise entgegen wirken. „Finanzminister Steinbrück hat völlig recht, wenn er feststellt, dass die Finanzmarktkrise vor allem ein amerikanisches Problem ist. Es wäre ein Unding, wenn deutsche Steuerzahler für die Fehlspekulationen gieriger Investmentbanker an der New Yorker Wall Street aufkommen müssten“.
Bürger die angesichts der massiven Verwerfungen um ihre Ersparnisse fürchten, kann der Bundestagsabgeordnete beruhigen. „In der Krise hat sich gezeigt, dass unser deutsches 3-Säulen-System mit den Kreissparkassen, den Genossenschaftsbanken und den Privatbanken im internationalen Vergleich weitgehend robust ist. Das bestätigt auch das Urteil der deutschen Aufsichtsbehörde, BaFin, die sich sicher ist, dass die Risikotragfähigkeit der deutschen Institute ausreicht, die Verluste auszugleichen und die Sicherheit der privaten Ersparnisse zu gewährleisten“.

Gleichzeitig könne auch Deutschland in einer globalisierten Welt nicht gänzlich von den Auswirkungen der Krise verschont bleiben, fürchtet Lange. So sei zeitlich verschoben, eine ungünstigere Entwicklung an den Arbeitsmärkten zu erwarten. „Leider wird wohl auch unsere Realwirtschaft von den Fehlentwicklungen an den Finanzmärkten in Mitleidenschaft gezogen werden. Auch für den Mittelstand wird es wohl zukünftig schwerer sein, Kapital an den Märkten zu beschaffen, um neue Ideen umzusetzen. Dass es in Deutschland nicht zu einer Kreditklemme gekommen ist, haben wir vor allem den Sparkassen und Volksbanken zu verdanken. Sie bilden eine feste Säule der Stabilität, sie übernehmen vor Ort Verantwortung und wirtschaften langfristig, anstatt kurzfristig zu spekulieren“.

Lange fordert als Konsequenz der Krise neue „Verkehrsregeln“ an den internationalen Finanzmärkten, um derartige Entwicklungen in Zukunft zu verhindern. „Wir können jetzt nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Milliarden wurden durch grenzenlose Gier vernichtet. So etwas darf sich nicht wiederholen“.