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Pressemitteilung vom 12.09.2008

Lange: "SPD und Papst Seit an Seit"

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Christian Lange stellt fest, dass die katholische Soziallehre und die Forderung nach einem Mindestlohn übereinstimmen.
Dass die SPD gemeinsam mit den Gewerkschaften für Mindestlöhne steht ist mittlerweile hinreichend bekannt. Aber, dass sich Mindestlöhne nicht nur aus der wirtschaftlichen Vernunft, dem Glauben an soziale Gerechtigkeit und Solidarität mit den Schwächsten, sondern auch durch die katholische Soziallehre begründen lassen ist weitestgehend unbekannt.
So schreibt der als Arbeiterpapst in die Geschichte eingegangene Leo XIII. in seiner Enzyklika „Rerum Novarum“: „Wenn also auch immerhin die Vereinbarung zwischen Arbeiter und Arbeitgeber, insbesondere hinsichtlich des Lohnes, beiderseitig frei geschieht, so bleibt dennoch eine Forderung der natürlichen Gerechtigkeit bestehen, die nämlich, dass der Lohn nicht etwa so niedrig sei, dass er einem genügsamen, rechtschaffenen Arbeiter den Lebensunterhalt nicht abwirft.“
Papst Leo XIII. reagierte damit auf die wachsende Ausbeutung der Arbeiter durch die Fabrikeigner. Wenngleich wir auch heute nicht mit den Zuständen des 19. Jahrhunderts zu kämpfen haben, so besteht doch in unserer Gesellschaft eine wachsende Ungerechtigkeit.
So verwundert es kaum, dass der heutige Papst Benedict XVI als Kardinal und Leiter der Glaubenskongregation im Jahr 1986 formulierte, „der Arbeitslohn, der nicht als einfache Ware verstanden werden kann, muss dem Arbeiter und seiner Familie ermöglichen, zu einem wahrhaft menschlichen Lebensniveau im materiellen, sozialen, kulturellen und geistigen Bereich Zugang zu erhalten.“ So schreiten der Papst und die SPD in ihren Forderungen Seit an Seit. Was der Papst hier fordert entspricht den Gedanken, die dem Konzept des Mindestlohnes zu Grunde liegen. Die Menschen sollen vor Ausbeutung geschützt werden und ihnen muss gesellschaftliche Teilhabe möglich sein. Denn „es ist die Würde der Person, die das Kriterium zur Beurteilung der Arbeit bildet und nicht umgekehrt“, führt Ratzinger weiter aus.
Wir Sozialdemokraten stehen dafür, „dass der Arbeiter Anspruch auf gerechten Lohn hat“, und sprechen damit dieselben Worte wie der verstorbene Papst Johannes XXIII. in seiner Enzyklika „Pacem in terris“ aus dem Jahr 1963.
Daher fordert Christian Lange die Koalitionspartner CDU und CSU auf, dass sich die Christdemokraten endlich auf das Christliche in ihrem Namen besinnen und für mehr Gerechtigkeit und bessere Löhne in unserer Gesellschaft stimmen. Die SPD hat es schon vorgemacht.