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Kolumne BKZ vom 01.08.2008
Deutschland und die USA
Liebe Leserin, lieber Leser,
Barrack Obama hat bei seinem Besuch in Berlin die Herzen der Deutschen im Sturm erobert.
Und auch das Feuilleton ist sich von taz bis FAZ in seiner Bewertung des US- Präsidentschaftskandidaten bemerkenswert einig.
Ist er für die links- alternative taz ein „Gegenbild zu dem aggressiven Provinzialismus des George W. Bush“, so repräsentiert er für das konservative Blatt aus Frankfurt „ein anderes, ein neues, ein besseres Amerika“.
Diese Hoffnung hat sicherlich eben so viel mit der verheerenden Bilanz der Bush- Administration zu tun wie mit der Ausstrahlung Obamas.
Doch so sehr Barrack Obamas Rede in Berlin auch auf einen neuen multilateralen Kurs im Fall seiner Wahl hoffen lässt, so wenig verneint ein neuer Präsident die grundlegenden Unterschiede zwischen Europa und den USA.
Dr. Gebhard Schweigler, Professor am National War Institut in Washington D.C., hat diese Differenzen 2005 in einem Artikel in der Atlantic Times pointiert analysiert.
Aus dieser Sicht kommen die Amerikaner vom Planeten Football, die Europäer hingegen vom Planeten Fußball.
Amerika unterscheidet sich also von der übrigen Welt durch die Mannschaftssportarten, die dort populär sind.
Und dieser Unterschied wirkt sich erheblich auf die Denk- und Handlungsweisen der Amerikaner aus.
Sie frönen ihrer Einzigartigkeit mit Hilfe des Sports. So bekräftigt etwa der"Super Bowl", die nationale Meisterschaft, die auch als Weltmeisterschaft im Football bezeichnet wird das unter den Amerikanern verbreitete Gefühl, eine einzigartige Stellung in der Welt einzunehmen.
Dazu gibt es in den amerikanischen Sportarten kaum Unentschieden. Im Gegensatz dazu sind im Fußball Unentschieden natürlich möglich. Etwa ein Viertel bis ein Drittel aller Fußballspiele einer durchschnittlichen Saison in Europa enden Remis. Das spiegelt ziemlich genau den unterschiedlichen Ansatz in der Politik wider. Betonen wir Europäer stets, dass es nicht immer einen Sieger geben kann und Kompromisse möglich sind, so zeigen die Amerikaner in der Regel wesentlich weniger Geduld. Die Frage lautet dann schnell: Seid ihr für uns oder gegen uns?
Neben diesen nicht ganz ernst gemeinten Unterscheidungen verbinden uns jedoch auch große Gemeinsamkeiten.
Mit keiner Weltregion haben wir Deutsche bzw. wir Europäer so enge Beziehungen wie mit Nordamerika. Wir haben gemeinsame Grundwerte und ähnliche Vorstellungen von repräsentativer Demokratie, Menschenrechten, der Herrschaft des Rechts und Marktwirtschaft. Wir bekennen uns zu den unveräußerlichen Rechten und zur Freiheit des Individuums sowie zur rechtsstaatlichen und demokratischen Kontrolle jeder staatlichen Gewalt. Unsere Volkswirtschaften sind eng verflochten und gleichermaßen auf einen freien Welthandel angewiesen. Gleichzeitig haben wir Europäer wenig Verständnis für das amerikanische Sendungsbewusstsein und sind befremdet von der große Bedeutung der Religion in Alltag und Politik der US-Gesellschaft. Zudem teilen wir zwar die gleichen Grundwerte, hierarchisieren sie jedoch unterschiedlich. Individualismus und Chancengleichheit bedeuten in den USA eben nicht Gleichheit im Endergebnis, sondern Gleichheit in den Ausgangsbedingungen.
An diesen Unterschieden in den Mentalitäten würde auch ein Präsident Obama nichts ändern. Dennoch könnten wir einen wichtigen Schritt hin zu mehr Multilateralismus und internationaler Zusammenarbeit erwarten. Das bedeutet jedoch auch, dass wir Europäer als gleichberechtigte Partner bereit sein müssen uns noch stärker als bisher zu engagieren. Auch diese Botschaft hatte Obama in Berlin im Gepäck.
Europäer und Amerikaner werden also auch in Zukunft auf ihren Planeten bleiben. Doch die Chance auf eine Annäherung der Umlaufbahnen steht gut.
Barrack Obama hat bei seinem Besuch in Berlin die Herzen der Deutschen im Sturm erobert.
Und auch das Feuilleton ist sich von taz bis FAZ in seiner Bewertung des US- Präsidentschaftskandidaten bemerkenswert einig.
Ist er für die links- alternative taz ein „Gegenbild zu dem aggressiven Provinzialismus des George W. Bush“, so repräsentiert er für das konservative Blatt aus Frankfurt „ein anderes, ein neues, ein besseres Amerika“.
Diese Hoffnung hat sicherlich eben so viel mit der verheerenden Bilanz der Bush- Administration zu tun wie mit der Ausstrahlung Obamas.
Doch so sehr Barrack Obamas Rede in Berlin auch auf einen neuen multilateralen Kurs im Fall seiner Wahl hoffen lässt, so wenig verneint ein neuer Präsident die grundlegenden Unterschiede zwischen Europa und den USA.
Dr. Gebhard Schweigler, Professor am National War Institut in Washington D.C., hat diese Differenzen 2005 in einem Artikel in der Atlantic Times pointiert analysiert.
Aus dieser Sicht kommen die Amerikaner vom Planeten Football, die Europäer hingegen vom Planeten Fußball.
Amerika unterscheidet sich also von der übrigen Welt durch die Mannschaftssportarten, die dort populär sind.
Und dieser Unterschied wirkt sich erheblich auf die Denk- und Handlungsweisen der Amerikaner aus.
Sie frönen ihrer Einzigartigkeit mit Hilfe des Sports. So bekräftigt etwa der"Super Bowl", die nationale Meisterschaft, die auch als Weltmeisterschaft im Football bezeichnet wird das unter den Amerikanern verbreitete Gefühl, eine einzigartige Stellung in der Welt einzunehmen.
Dazu gibt es in den amerikanischen Sportarten kaum Unentschieden. Im Gegensatz dazu sind im Fußball Unentschieden natürlich möglich. Etwa ein Viertel bis ein Drittel aller Fußballspiele einer durchschnittlichen Saison in Europa enden Remis. Das spiegelt ziemlich genau den unterschiedlichen Ansatz in der Politik wider. Betonen wir Europäer stets, dass es nicht immer einen Sieger geben kann und Kompromisse möglich sind, so zeigen die Amerikaner in der Regel wesentlich weniger Geduld. Die Frage lautet dann schnell: Seid ihr für uns oder gegen uns?
Neben diesen nicht ganz ernst gemeinten Unterscheidungen verbinden uns jedoch auch große Gemeinsamkeiten.
Mit keiner Weltregion haben wir Deutsche bzw. wir Europäer so enge Beziehungen wie mit Nordamerika. Wir haben gemeinsame Grundwerte und ähnliche Vorstellungen von repräsentativer Demokratie, Menschenrechten, der Herrschaft des Rechts und Marktwirtschaft. Wir bekennen uns zu den unveräußerlichen Rechten und zur Freiheit des Individuums sowie zur rechtsstaatlichen und demokratischen Kontrolle jeder staatlichen Gewalt. Unsere Volkswirtschaften sind eng verflochten und gleichermaßen auf einen freien Welthandel angewiesen. Gleichzeitig haben wir Europäer wenig Verständnis für das amerikanische Sendungsbewusstsein und sind befremdet von der große Bedeutung der Religion in Alltag und Politik der US-Gesellschaft. Zudem teilen wir zwar die gleichen Grundwerte, hierarchisieren sie jedoch unterschiedlich. Individualismus und Chancengleichheit bedeuten in den USA eben nicht Gleichheit im Endergebnis, sondern Gleichheit in den Ausgangsbedingungen.
An diesen Unterschieden in den Mentalitäten würde auch ein Präsident Obama nichts ändern. Dennoch könnten wir einen wichtigen Schritt hin zu mehr Multilateralismus und internationaler Zusammenarbeit erwarten. Das bedeutet jedoch auch, dass wir Europäer als gleichberechtigte Partner bereit sein müssen uns noch stärker als bisher zu engagieren. Auch diese Botschaft hatte Obama in Berlin im Gepäck.
Europäer und Amerikaner werden also auch in Zukunft auf ihren Planeten bleiben. Doch die Chance auf eine Annäherung der Umlaufbahnen steht gut.