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Pressemitteilung vom 13.03.2008
5 Jahre Agenda 2010
Am 14. März 2003 hat Bundeskanzler Gerhard Schröder die Jahrhundertreform „Agenda 2010“ im Deutschen Bundestag verkündet. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Christian Lange erinnert sich noch sehr gut an die Regierungserklärung: „Mit der Agenda 2010 haben wir die größte Sozialreform in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschlands beschlossen. Wir haben erkannt und offen ausgesprochen, dass wir im Zeitalter der Globalisierung und der rasanten demographischen Entwicklung uns den neuen Herausforderungen stellen müssen. Wir haben deutlich gemacht, dass unser Sozialsystem, das weltweit als vorbildlich anerkannt ist, nur erhalten werden kann, wenn wir zu Reformen bereit sind. Wir haben akzeptiert, dass nur mit einer konsequenten Reformpolitik die Probleme unseres Landes gelöst werden können. Wir wussten, daß die Reformen, die wir durchsetzen mußten, mutig sind. Aber auch hier standen wir deutlich in der Tradition von Willy Brandt, der sagte: <Gerade wer das Bewahrenswerte bewahren will, muß verändern, was der Erneuerung bedarf>!“, so Lange.
Mit der Agenda 2010 ist die Grundlage für wirtschaftliches Wachstum in Deutschland verbessert worden. Der wirtschaftliche Aufschwung der vergangenen zwei Jahre und die Aussichten auf ein Fortsetzen dieser Dynamik selbst bei schwieriger weltwirtschaftlicher Lage sind in weiten Teilen auf unsere Reformpolitik zurückzuführen.
Die Arbeitsmarktreformen sind zentraler Bestandteil der Agenda 2010. Sie haben dafür gesorgt, dass sich die strukturelle und zunehmend verfestigte Arbeitslosigkeit der 90er Jahre allmählich auflöst. Die wichtigste Reform auf dem Arbeitsmarkt war die Zusammenlegung der beiden steuerfinanzierten Leistungen Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe zu einer einheitlichen am Bedarf der Hilfeempfänger orientierten Leistung, dem Arbeitslosengeld II. Damit verbunden werden nun erstmals systematisch und umfassend auch diejenigen Menschen betreut, qualifiziert und in Arbeit vermittelt, die länger als ein Jahr arbeitslos waren. Insbesondere den früheren Sozialhilfeempfängern stehen damit die arbeitsmarktpolitischen Instrumente in vollem Umfang zur Verfügung.
Wir freuen uns über die daraus entstehenden Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Reformen, die den Menschen helfen: mit den Arbeitsmarktreformen haben wir auch die Situation älterer Bürgerinnen und Bürger deutlich verbessert:
- Ende der neunziger Jahre waren nur 38% der über 55-Jährigen erwerbstätig; heute ist nahezu die Hälfte der über 55-Jährigen erwerbstätig.
- Von 2002 bis 2006 ist die Beschäftigtenzahl bei den über 50-Jährigen in einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung um 550.000 gestiegen.
- Allein im September 2007 sind bei den über 50-Jährigen gegenüber dem Vorjahr etwa 200.000 Menschen weniger arbeitslos.
Die Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahren ist um 25% gegenüber 2006 zurückgegangen; mit speziell auf jüngere Arbeitslose gerichtete Programme und Maßnahmen versuchen wir, diese Zahl noch weiter zu senken.
Die aktuelle Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt steht in direktem Zusammenhang mit der Agenda 2010: auch im Februar 2008 hält die gute Arbeitsmarktentwicklung weiter an.
Insgesamt sind aktuell 630.000 weniger Menschen arbeitslos als im Februar des letzten Jahres.
Positiv ist auch die Entwicklung der Erwerbstätigkeit. 39,59 Mio. Erwerbstätige bedeutet ein Plus von 519.000 gegenüber dem Vorjahr. Auch die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten liegt mit 27,22 Mio. um rd. 588.000 höher als im letzten Jahr. Mehr als die Hälfte des Beschäftigungszuwachses entfällt auf sozialversicherungspflichtige Vollzeitstellen. Durch die Reformen im Zuge der Agenda 2010, die zu einer besseren Vermittlungsqualität geführt hat, konnte die durchschnittliche Dauer der Jobsuche um ein Drittel gesenkt werden.
„Noch nie war die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland so hoch wie heute. Zeitgleich ist von 2005 auf 2008 die Arbeitslosenzahl um über eine Million auf 3,6 Millionen gesunken – bei über 560 000 freie Stellen, die bei der Bundesagentur für Arbeit im Februar 2008 offiziell gemeldet waren. Wir konnten den Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung deutlich senken. Ohne die mutige Reformpolitik um die Agenda 2010 stünde Deutschland heute nicht so gut da – und den Bürgerinnen und Bürgern würde es schlechter gehen. Die Agenda 2010 hat gezeigt, dass es sich auszahlt, die notwendigen Probleme beim Namen zu nennen und anzupacken. Nur wenn wir uns den Herausforderungen der Globalisierung stellen, können wir den Sozialstaat auch in der Zukunft bezahlbar halten“, so Lange weiter.