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Pressemitteilung vom 22.06.2007

Christian Lange besucht  Bischof Jin in Shanghai, den Nelson Mandela Chinas

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Christian Lange hat auf einer Delegationsreise der Atlantik-Brücke in China den berühmten Bischof Aloysius Jin aus Shanghai getroffen.

Jin wurde 1916 geboren und besuchte schon als Kind eine Jesuitenschule. Er wollte bereits als Kind Priester werden. Nach einem längeren Aufenthalt in Europa kehrte er 1951 nach China zurück. Er ließ sich von den Kommunisten nicht davor abschrecken, seinen Glauben zu leben und zu lehren.1955 wurde er bei einer großen Kampagne gegen Christen, zusammen mit weiteren tausend Menschen, verhaftet.Während seiner 27jährigen Haft wurde Jin auch gefoltert. Die Kommunisten versuchten ihn daran zu hindern, zu beten. Auch das Lesen wurde ihm verweigert.Obwohl er ein Drittel seines Lebens in Gefängnissen gesessen hat und trotz all der Schikanen hielt Jin an seinem Glauben fest.

„Bischof Jin spricht perfekt deutsch. Bei unserem Gespräch war von Hass nichts zu spüren – er glaubt weiterhin an seine Mission. Für mich ist er der Nelson Mandela Chinas: er möchte ohne Gewalt Religionsfreiheit in China schaffen. Wir dürfen nicht vergessen, dass auch heute noch Christen inhaftiert und diskriminiert werden“, schildert Lange seinen ersten Eindruck nach seiner China-Reise.In Shanghai haben vor der Kulturrevolution weit über 700 000 Katholiken gelebt – heute sind es noch 160 000. Insgesamt vermutet man, dass in China rund 14 Millionen Katholiken leben – bei einer Bevölkerung von mehr als 1,3 Milliarden Menschen ist das eine kleine Minderheit. Von den 14 Millionen Katholiken gehört rund die Hälfte der „Untergrundkirche“ an, deren Bischöfe sich auf den Vatikan berufen und die daher verfolgt werden. Bischof Jin ist der einzige chinesische Bischof, den auch der Papst anerkennt.

„Deutschland und die Europäische Union muss sich auch weiterhin aktiv für Religionsfreiheit einsetzen. Die Lage der Christen in China ist fürchterlich“, so Lange.
Bei dem Gespräch mit dem Bischof Jin erhielt Christian Lange den Segen des über 90 Jährigen.
Anschließend betete er gemeinsam mit der gesamten Delegation das „Vater-Unser“ – auf Deutsch.