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Pressemitteilung vom 29.03.2007
Lange: Keine Teilhabe ohne Bildung
Angesichts der anhaltenden Diskussionen zum Thema Bildung unterstreicht der Backnanger SPD- Bundestagsabgeordnete Christian Lange die Bedeutung gerechter Bildungschancen, um die gesellschaftliche Teilhabe aller zu ermöglichen. "Nur durch Bildung kann Kindern und Jugendlichen aus benachteiligten Familien, in denen das Armutsrisiko häufig über Generationen vererbt wird, der soziale Aufstieg gelingen, der ihnen heute noch zu oft verwehrt wird. Deshalb ist das Thema Bildung auch ein zentraler Baustein eines vorsorgenden Sozialstaats. Denn eines ist klar: ohne eine gerechte Verteilung der Bildungschancen, gibt es keine gerechte Gesellschaft."
Deshalb brauche Deutschland eine zweite Bildungsrevolution, so Lange.
"Die Bildungsrevolution der siebziger Jahre war ein großer Erfolg sozialdemokratischer Politik. Sie hat breiten Bevölkerungsschichten erstmals Zugang zur Hochschule eröffnet. Auch heute kommen wir mit Schönheitskorrekturen nicht aus. Wir müssen umfassend reformieren."
Besonderen Handlungsbedarf sieht Lange aufgrund der Tatsache, dass in Deutschland der Bildungserfolg wie in kaum einem anderen westeuropäischen Land vom sozialen Status der Eltern abhängt. Die zweite Bildungsrevolution müsse deswegen bereits am Anfang ansetzen. "Wir müssen unser Bildungssystem vom Kopf auf die Füße stellen. Es kann nicht angehen, dass wir mehr Geld für die gymnasiale Oberstufe ausgeben, als für die Grund- und Vorschulbildung zusammen. Am Anfang stellen sich die Weichen, hier entscheidet sich, ob ein Kind aus einer bildungsfernen Schicht eine Chance bekommt oder nicht."
Die Förderung müsse bereits im Kindergarten beginnen, so der SPD- Abgeordnete. "Der 12. Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung hat festgestellt, dass in keiner Lebensphase Entwicklungs- und Bildungsprozesse so verflochten sind, wie im Alter bis zu sechs Jahren. Politik, Gesellschaft und Wissenschaft müssen sich dieser Lebensphase zuwenden und dürfen nicht erst reagieren, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist."
Das Ziel besteht für Lange also darin, durch das Leitbild des vorsorgenden Sozialstaats mit dem Bereich Bildung im Zentrum eine Aufstiegsgesellschaft zu schaffen: "Wir wollen die gerechte Teilhabe für alle. Unsere Vorstellung von Gerechtigkeit hat den Anspruch, immer wieder neue Chancen zu eröffnen. Das umfasst Bildungschancen von Anfang an, beitragsfreie Kindergärten und eine bessere Qualität der Schulen und Hochschulen. Hier müssen wir handeln, denn hier liegt unsere Zukunft."