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Pressemitteilung vom 18.10.2006

Lange: Vorsorgen statt abschreiben- Niemand darf am Rand stehen gelassen werden

Anlässlich der durch Aussagen des SPD- Vorsitzenden Kurt Beck aufgekommenen "Unterschichten"- Diskussion warnt der SPD- Bundestagsabgeordnete Chrisian Lange davor, ganze Bevölkerungsteile einfach abzuschreiben. "Wenn wir in dieser Frage heute scheitern, werden wir uns in einigen Jahren mit sozialen Zuständen konfrontiert sehen, deren Ausmaß wir heute nur  erahnen können. Alleine schon deshalb können wir es uns nicht leisten, einen Teil unserer Gesellschaft einfach stehen zu lassen", so Lange.

Gerade aus diesem Grund sei es ein "wichtiger und richtiger Schritt" des SPD- Vorsitzenden,  die sozialen Lebenslagen in Deutschland zu thematisieren. Zwar sei dem Begriff der "Unterschicht" jene der "neuen Armut" oder der "neuen sozialen Frage" vorzuziehen, um nicht Teile der Bevölkerung zu stigmatisieren, doch es sei notwendig die Probleme offen und ehrlich anzusprechen. "Es mag bequemer sein über das Auseinandertreiben unserer Gesellschaft den Mantel des Schweigens auszubreiten, doch Probleme löst man nur, indem man der harten Realität ins Auge sieht. Dabei gilt es die Wirklichkeit anzuerkennen, sich jedoch nicht mit ihr abzufinden. Wir müssen dafür sorgen, dass gerade Jugendliche in Deutschland Perspektiven sehen und sich nicht bereits in jungen Jahren resigniert von der Gesellschaft abwenden", so Lange. Die SPD habe mit dem Konzept des vorsorgenden Sozialstaats einen Weg aufgezeigt, den Verarmungs- und Ausschlusstendenzen innerhalb unserer Gesellschaft zu begegnen. Lange: "Der Sozialstaat wie wir ihn bislang kennen, wurde für die Wirklichkeit der national begrenzten Industriegesellschaft geschaffen. Dieser Sozialstaat ist in erster Linie auf Transferleistungen ausgerichtet, investiert zu wenig in die soziale Infrastruktur und leistet keinen hinreichenden Beitrag, um die aktive Teilhabe der Menschen am Leben der Gesellschaft zu unterstützen. Es muss deshalb  absolute Priorität haben,  Armut bereits zu verhindern, bevor sie entsteht. Denn wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist, lassen sich nur mit großem Aufwand Verbesserungen erzielen. Der Sozialstaat darf deshalb kein öffentlich finanziertes Abstellgleis sein. Er muss Menschen immer wieder  neue Chancen geben und ihnen Wege zurück in ein eigenverantwortliches Leben eröffnen", so Lange.

Auch deshalb sei eine Illusion zu glauben, dass man  mit höherem Druck und verschärften Sanktionen für Arbeitslose das Problem von Arbeitslosigkeit und gesellschaftlichem Ausschluss lösen könne.   "Man darf  nicht so tun, als läge die Verantwortung für die Arbeitslosigkeit allein bei den Arbeitslosen. Wer das immer wieder durch Forderungen nach weiteren Kürzungen und Sanktionen impliziert, trägt damit zu einer weiteren Stigmatisierung der Betroffenen bei,  schafft dadurch aber keinen einzigen Arbeitsplatz", so Lange.