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Pressemitteilung vom 02.08.2006

Das Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser tritt in die entscheidende Phase: Interessenten  gesucht!

Lange: „Der demografische Wandel in Deutschland und sich verändernde Lebens- und Arbeitsbedingungen bringen große gesellschaftliche Herausforderungen mit sich. Die Großfamilie löst sich zunehmend auf, heute leben meist nur noch Eltern mit ihren Kindern unter einem Dach. Um die Bindungen zwischen den Generationen zu festigen und unsere Gesellschaft für junge wie für alte Menschen zukunftsfähig zu gestalten, brauchen wir neue Wege, die den sozialen Zusammenhalt unserer Gesellschaft stärken. Ein sehr konkreter Weg, den die Bundesregierung eingeschlagen hat, ist der Aufbau des Aktionsprogramms Mehrgenerationenhäuser.“

Mehrgenerationenhäuser bieten die Möglichkeit zur vielfältigen Interaktion zwischen Menschen  verschiedenen Alters und sollen helfen, die Generationenbeziehungen auch außerhalb der Familie neu zu gestalten. Mit ihren Angeboten verstärken Mehrgenerationenhäuser die Bindungen, die unsere Gesellschaft zusammenhalten. Sie helfen, Kinder zu fördern, Eltern in der Erziehung zu unterstützen, Familien zu beraten, familiennahe Dienstleistungen zu entwickeln und zu vermitteln, die Potenziale der älteren Generation zu nutzen und so den Zusammenhalt zwischen den Generationen zu intensivieren. Die Arbeit der Mehrgenerationenhäuser ist geprägt von freiwilligem Engagement und Hilfe zur Selbsthilfe. Die Häuser bieten ein breites Informationsspektrum und verbinden ehrenamtliche Tätigkeit, Selbsthilfe und professionelle Unterstützung zu einem umfassenden Angebot für Menschen jeden Alters. Damit sind Mehrgenerationenhäuser auch wichtige Anlaufstellen für Risikofamilien, die hier Unterstützung und Rat finden. Die Einrichtungen bieten praktische Hilfe bei der Kinderbetreuung, unterstützen Eltern in der Erziehungskompetenz, machen Angebote im Rahmen der Gesundheitsförderung und schaffen eine Plattform für Dienstleistungsangebote. Mehrgenerationenhäuser fördern außerdem die Weitergabe von Erfahrungen und Kompetenzen der Älteren an die nachfolgende Generation und verhindern das Nebeneinanderherleben der Generationen, in dem sie attraktive Angebote für alle Altersgruppen bereitstellen. Die Einrichtungen sind als offene Tagestreffpunkte für Jung und Alt konzipiert, in denen vielfältige Aktivitäten und Serviceangebote möglich sind. In den meisten Fällen gibt es einen zentralen Begegnungsraum, Kindertagesbetreuung und Altenservice. Ergänzend kommen je nach Einrichtung weitere Angebote und Leistungen hinzu: In Weiterbildungsseminaren, Kursen, Gesprächsrunden und Vorträgen werden die Fähigkeiten und Kenntnisse vermittelt, die notwendig sind, um als "Familienmanager" oder "Familienmanagerin" erfolgreich zu sein.

„Auf diese Weise bauen die Mehrgenerationenhäuser gesellschaftliche und wirtschaftliche Kompetenzen auf“, so Lange.

Die Mehrgenerationenhäuser orientieren sich bei ihrer Arbeit am örtlichen Bedarf und integrieren und ergänzen bereits vorhandene Angebote. Sie setzen dabei auf strategische Partnerschaften mit anderen Einrichtungen und Institutionen und bürgerschaftliches Engagement als Ergänzungen zu staatlich (mit-)finanzierter Professionalität. Das Engagement von Stiftungen und von Unternehmen kann dabei helfen, den Gedanken des Generationenzusammenhalts zu stärken.

Lange: „Wir wollen, dass bis zum Jahr 2010 in jedem Kreis und in jeder kreisfreien Stadt ein Mehrgenerationenhaus entstanden ist. Das ist ein ehrgeiziges Ziel und die Vorbereitungen des Programms laufen auf Hochtouren. Die Ausschreibung für das Aktionsprogramm von Mehrgenerationenhäusern steht nun unmittelbar bevor.“

Ziel sei, dass die ersten Mehrgenerationenhäuser im Herbst ihre Arbeit aufnehmen können. Im nächsten Jahr haben weitere Initiativen die Möglichkeit, sich im Rahmen einer 2. Ausschreibungswelle zu bewerben.

Der Abgeordnete erläutert: „Anhand des Konzepts, das kontinuierlich weiterentwickelt wird, sind interessierte Kommunen, Einrichtungen, Initiativen, Vereine und Einzelpersonen aufgerufen bereits jetzt eine Beteiligung zu prüfen, sich konzeptionelle Gedanken für eine konkrete Umsetzung zu machen, um dann rasch auf die Ausschreibung reagieren zu können.“

Es gibt zentrale Kriterien:
  • Einbeziehung der vier Lebensalter Kinder/Jugendliche, Erwachsene, junge Alte über 50 Jahre, Hochbetagte
  • Generationenübergreifende Angebote
  • Kinderbetreuung
  • Zusammenwirken von Haupt- und Ehrenamtlichen auf gleicher Augenhöhe
  • Entwicklung als Informations- und Dienstleistungsdrehscheibe vor Ort
  • Einbeziehung der lokalen Wirtschaft
  • Offener Tagestreff mit Cafeteria/Bistro

Diese zentralen Kriterien muss jedes Mehrgenerationenhaus von Anfang an erfüllen. Sie sind die Grundvoraussetzungen für ein Mehrgenerationenhaus. Weitere Kriterien und Merkmale (sog. Prototypen) sind Maximalforderungen, beispielsweise nach Unterstützung in der Erziehungskompetenz, Angebote für Risikofamilien, Sprachförderung und Bildungsberatung u.v.m. Bei der Bewerbung wird nicht davon ausgegangen, dass ein Mehrgenerationenhaus bereits all diese Merkmale umsetzen kann.

Pro Jahr werden 40.000 Euro Fördersumme zuverlässig zugesagt. Zur Mittelverwendung gibt es zwei Vorgaben zu beachten: Baumaßnahmen dürfen daraus nicht finanziert werden. Neben Sach- und Honorarkosten sollen nicht mehr als die Hälfte der Mittel für Personalausgaben verwendet werden.

Die Bewilligungen werden nicht für die Förderhöchstdauer von 5 Jahren erteilt, sondern zunächst für 2 Jahre. Eine Verlängerung erfolgt nach positiver Zielerreichungs- und Wirkungskontrolle.

Weiterführende Informationen erhalten Interessierte unter www.mehrgenerationenhaeuser.de