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ÜBERSICHT

 Pressemitteilung vom 09.03.2006

Lange: Die Wirtschaft muss ihre gesellschaftliche Verantwortung ernst nehmen

Ein klares Bekenntnis zu ihrer gesellschaftlichen Verantwortung fordert der Bundestagsabgeordnete Christian Lange von den Unternehmen in Deutschland. Lange: „Die reflexhafte Verlagerung von Produktionsstandorten muss ein Ende haben. In den vergangenen Jahren sind die Beschäftigten  bereits durch ihre Bereitschaft zu mehr Flexibilität, Mobilität und Lohnverzicht deutlich in Vorleistung gegangen. Jetzt muss auch die Wirtschaft ihren Teil beitragen  und sich mit aller Macht für den Standort Deutschland engagieren“.

Notwendig sei insbesondere ein Umdenken auf Seiten der Unternehmen und die Bereitschaft, nach neuen Wegen jenseits von Beschäftigungsabbau und Produktionsverlagerung zu suchen. Lange: „Entlassungen müssen das letzte Mittel sein und dürfen nicht leichtfertig zur kurzfristigen Steigerung des Börsenwerts benutzt werden. Hier müssen die Unternehmen neue Wege beschreiten. Aderlass und Amputationen sind schließlich auch nicht mehr der Stand der modernen Medizin“.

Der Backnanger Bundestagsabgeordnete ruft deshalb die Unternehmen auf, sich  ihrer  gesellschaftlichen Verantwortung zu stellen. Lange: „ Die Globalisierung ist Fakt. Aber es reicht nicht mehr aus, mit den Schultern zu zucken und  auf globale Prozesse zu verweisen . Was die Arbeitnehmer in den letzten Jahren an Flexibilität, Mobilität und Lohnverzicht geleistet haben, ist gewaltig. Jetzt kann man auch von den Unternehmen mehr Verantwortung, mehr Ideen, mehr Einsatz, mehr Engagement erwarten. Wir brauchen in der Wirtschaft eine lebhafte Methodendiskussion, um Alternativen zur reflexhaften Verlagerung von Produktionsstätten zu finden.“

Auch die Politikerinnen und Politiker dürften nicht die Augen davor verschließen, dass die Menschen zunehmend verunsichert sind von Erscheinungen, die bisher in der deutschen Wirtschaft nicht typisch gewesen sind. Lange: „Man muss verstehen, dass die Leute verbittert sind, wenn Unternehmen hier gute Gewinne machen und dennoch ohne zu zögern ihre Fertigung nach China verlagern. Wir müssen die Sorgen der Menschen ernst nehmen- das gilt für Politik und Wirtschaft gleichermaßen.“

510 Euro für Vollzeitbeschäftigung ist zu wenig

Lange warnt auch vor wachsender Armut in Deutschland, von der zunehmend auch Menschen in Beschäftigung betroffen seien. Rund 2,5 Millionen Menschen mit einem Vollzeit-Arbeitsplatz könnten inzwischen nur noch über ein Einkommen verfügen, das an der Armutsgrenze liege. Lange:„Wer 38 Stunden in der Woche arbeitet und 510 Euro ausbezahlt bekommt, kann keine Existenz aufbauen. Darum müssen wir  in der großen Koalition noch in diesem Jahr eine Lösung für einen gesetzlichen Mindestlohn finden. Der Blick in europäische Nachbarstaaten zeigt, dass eine solche Regelung kein Teufelszeug ist. Das heißt ganz klar: Wir müssen in Deutschland eine Verbindung aus Kombi- und Mindestlohn finden, mit dem Ziel am Ende allen Beschäftigten ein Existenz sicherndes Einkommen zu ermöglichen“.