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Pressemitteilung vom 21.04.2005
Lange fordert Offenheit für Ratzinger
Vor allen Dingen erwartet Lange, dass Papst Benedikt XVI. seinem Vorgänger in Sachen katholischer Soziallehre folgt.
Seine Freude über den Zusammenbruch des Kommunismus hat Papst Johannes Paul II. nämlich nie daran gehindert, die inhumanen Auswüchse des „wilden Kapitalismus“ zu geißeln. Er widersetzte sich der Ideologie, dass Wirtschaftssysteme sich Menschen völlig untertan machen. In seiner Sozialenzyklika prangerte er an, wie „das Kapital immer mächtiger und unmenschlicher wird“. Und die Forderung, dass „die Wirtschaft im Dienst des Menschen“ zu stehen habe, stammt nicht nur von Bebel oder Müntefering, sondern vor allem vom Papst. Die Sympathie, die er auch bei Millionen von Nicht-Katholiken genoss, beruhte darauf, dass er als personifizierter Einspruch gegen eine Welt begriffen wurde, die nur noch eine Supermacht kennt und ansonsten die Macht des Geldes. Mit solchen Reden traf er die Ängste vieler Menschen; in Deutschland ist es die Angst vor der Zerstörung der sozialen Marktwirtschaft.
Neue Akzente erwartet Lange hingegen beim Frauenbild der katholischen Kirche und deren Beteiligung, dem Umgang mit Empfängnisverhütung und Kondomen, besonders mit Blick auf den Kontinent Afrika.
Schließlich wünscht sich Lange, dass Papst Benedikt die Größe haben werde sich mit dem bedeutenden Theologen Leonardo Boff zu versöhnen, um der wichtigen sozialen Funktion der Theologie der Befreiung in Südamerika den Weg zu öffnen.