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Pressemitteilung vom 11.05.2005

„Wer den Atomausstieg jetzt wieder in Frage stellt, muss von allen guten Geistern verlassen sein“ 

Der SPD-Bundstagsabgeordnete Christian Lange hat das bevorstehende Aus des Kernkraftwerks Obrigheim am heutigen 11. Mai als „wichtigen Meilenstein“ beim Umbau der Energieversorgung hin zu erneuerbaren Energien in Deutschland bezeichnet.

Nachdem die Bundesregierung in den vergangenen Jahren zahlreiche Förderprogramme und Gesetze auf den Weg gebracht habe, um den schrittweisen Ersatz der Atomkraft durch Erneuerbare Energien und durch Energieeinsparung voran zu treiben, sei nun auch die Landes-regierung gefordert, ebenfalls einen nennenswerten Beitrag für den Umstieg zu leisten. „Wer den Atomausstieg jetzt wieder in Frage stellt, muss von allen guten Geistern verlassen sein“, sagte Lange im Hinblick auf Forderungen von Ministerpräsident Oettinger und Umweltministerin Tanja Gönner auf längere Laufzeiten von Kernkraftwerken. 

Der beschlossene Atomausstieg – erreicht im Konsens mit der Energiewirtschaft – sei eine Jahrhundertentscheidung, die im fundamentalen Interesse der Menschen sei und nicht rückgängig gemacht oder aufgeweicht werden dürfe, erklärte Christian Lange. Nach wie vor sei bei der Atomenergie die Entsorgung nicht befriedigend geklärt und das Sicherheitsrisiko schwerer Unfälle gerade in einem dicht besiedelten Land völlig unakzeptabel. Zudem reichten die Uranvorräte auf der Welt für nur noch ca. 40 Jahre. „Wer heute eine Renaissance der Kernkraft ausruft, handelt durch und durch verantwortungslos“, so der SPD-Bundestagsabgeordnete. Außerdem verbiete sich eine Verlängerung der Laufzeiten schon angesichts der zahlreichen Pannen und der unzureichend funktionierenden Atomaufsicht in Baden-Württemberg. Und nicht zuletzt bringe der Umbau der Energieversorgung auch Arbeitsplätze: Allein in der Windenergiebranche seien bereits mehr Arbeitsplätze geschaffen worden, als in der gesamten Atomenergiebranche.

„Baden-Württemberg hat lange genug unter der Blockadepolitik von Erwin Teufel bei der Förderung Erneuerbarer Energien gelitten“, so Christian Lange. „Ergreifen wir jetzt die Chance und machen Baden-Württemberg etwas sicherer.“