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Pressemitteilung vom 11.03.2005
Das deutsche Handwerk im Gründungsfieber
Die Zahl der Handwerksbetriebe in Deutschland ist auf den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung gestiegen, so der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) am 9.3.2005. Danach ist die Zahl der Handwerksbetriebe im vergangenen Jahr um 4,8 Prozent auf 887 300 gestiegen. Besonders erfreulich dabei: Als Hauptgrund für den ersten Anstieg seit vier Jahren wird die Lockerung des Meisterzwangs genannt. Allein zwei Drittel der Neugründungen (67,9 Prozent) entfielen auf Handwerke, in denen der Meisterzwang abgeschafft wurde. Zudem machten sich bei steigender Arbeitslosigkeit immer mehr Menschen auch im Handwerk selbstständig. In Ostdeutschland ist auch der Anteil der Ich-AG sehr hoch, bis zu rund 30 Prozent in einzelnen Kammer-bezirken. Das zeigt deutlich, dass wir durch das sinnvolle Zusammenspiel von Förderung und Deregulierung einen schönen Erfolg im Handwerk erzielt haben.
Der ZDH gibt an, dass es die meisten Neugründungen bei Fliesenlegern und Gebäudereinigern gegeben hat. Ebenso haben auch Parkett- und Estrichleger sowie Raumausstatter, Fotografen und Schneider starke Zuwächse zu verzeichneten. Besonders wichtig dabei: Es sind diese Berufe, die nach der Novelle der Handwerksordnung zu den so genannten zulassungs-freien Handwerken gehören, für die kein Meister-zwang mehr besteht. Der ZDH gibt weiter an, dass die Zahl der Neugründungen in zulassungsfreien Berufen v.a. in Gebieten mit hoher Arbeitslosigkeit zu verzeichnen ist. Berlin kann beispielsweise ein Plus von 87,1 Prozent, ganz Ostdeutschland von 87,3 Prozent vorweisen.
Entgegen dem Trend der vergangenen vier Jahre ist aber auch die Zahl der Unternehmen in den zulassungspflichtigen Handwerken gestiegen, wenn auch nur um 1,3 Prozent auf 595 303. Grund ist hier ebenfalls die Novellierung der Handwerksordnung, die nun auch Altgesellen Betriebsgründungen erlaubt. Betriebszuwächse konzentrieren sich v.a. auf die Berufe der Baubranche wie etwa Installateur, Maurer, Maler oder Dachdecker. Den mit Abstand stärksten Zuwachs verzeichnen allerdings die Friseure mit 2251 Betrieben.
Die Novelle der Handwerksordnung hat Wirkung gezeigt. Die positiven Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Das überzeugt!