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Beitrag für die Backnanger Kreiszeitung vom 18.02.2005
Arzneimittelausgaben gehen zurück – Gesundheitsreform wirkt
Rubrik: Das Wort hat…
Liebe Leserinnen und Leser,
Der Ausgabenrückgang bei Arzneimitteln zeigt mehr als
deutlich, dass die Gesundheitsreform wirkt. In der Summe betrachtet ist
es der größte Ausgabenrückgang seit vielen Jahren. Durch die
Gesundheitsreform werden die Krankenkassen um neun bis zehn Mrd. Euro
entlastet. Damit werden die gewünschten Entlastungswirkungen der
Gesundheitsreform erreicht und die Einspareffekte des
GKV-Modernisierungsgesetzes halten unvermindert an. Alle Schwarzmalerei
konnte die SPD-geführte Bundesregierung widerlegen. Noch vor wenigen
Monaten hatten Kritiker der Reform behauptet, die prognostizierten
Ausgabenrückgänge bei Arzneimitteln seien nur ein Strohfeuer.
Im Arzneimittelbereich kommt es jetzt entscheidend darauf an,
dass die Selbstverwaltung ihre Hausaufgaben macht. Denn die
Ausgabenentwicklung bei Arzneimitteln liegt in der Hand von Ärzten,
Apothekern und den Krankenkassen. Wir haben die gesetzlichen Maßnahmen
zur Ausgabensenkung im Arzneimittelbereich ab 2005 durch neue,
verbesserte Instrumente zur Ausgabensteuerung für die Selbstverwaltung
abgelöst.
Das Jahr 2005 stellt die Beteiligten deshalb vor besondere
Herausforderungen. Nachdem bisher die Versicherten durch Zuzahlungen
entscheidend zur guten Finanzsituation der Kassen beigetragen haben,
sind jetzt die Krankenkassen selbst gefordert, die neuen strukturellen
Möglichkeiten zugunsten der Versicherten zu nutzen. Hier erwarte ich
von allen in der Selbstverwaltung, dass sie sich ihrer Verantwortung
stellen und ihren eigenen Beitrag dazu leisten, die Wirtschaftlichkeit
und Qualität weiter zu verbessern und damit die erreichte
Konsolidierung zu sichern und fortzusetzen.
Ärzte und Krankenkassen fordere ich auf, ihre gesetzlichen
Spielräume zur Förderung einer sicheren und preisgünstigen
Arzneimitteltherapie konsequent zu nutzen. Aber auch die Pharmabranche
ist gefordert. Hier erwarte ich Vernunft und Augenmaß von allen. So
verzichten z.B. die Mitgliedsunternehmen von Pro Generika in diesem
Jahr auf Preiserhöhungen für Arzneimittel, zum Teil senken sie die
Preise sogar. Der Verzicht ist ein Signal der Vernunft, des Augenmaßes
und für die Bereitschaft, Verantwortung für das Gemeinwesen zu
übernehmen. Ich sehe darin ein gutes Beispiel auch für andere
Unternehmen der pharmazeutischen Industrie. Denn was bei den
Generika-Herstellern möglich ist, sollte auch für andere
Arzneimittelhersteller gelten, schließlich tragen alle Verantwortung
für unser Gesundheitswesen.
Auch mit dem erst jüngst im Kabinett beschlossenen Präventionsgesetz können die Ausgaben für Krankheiten und kurierende Maßnahmen wirksam und nachhaltig gesenkt werden. Zum ersten Mal wird es in Deutschland eine aktive Gesundheits- und keine Krankheits-Verwaltungspolitik geben. Es ist unser Ziel, künftig wesentlich mehr Energie und finanzielle Mittel in den Erhalt von Gesundheit zu investieren, um unzählige Krankheiten erst gar nicht entstehen zu lassen. Die Stiftung für Prävention ist ein Reform-Meilenstein auf diesem Wege. Die Krankenkassen in Deutschland sind aufgefordert, verantwortungsbewusst und mit Ideenreichtum diese einmalige Chance zu nutzen und für ihre Versicherten künftig als echte Gesundheitswegweiser in jeder Lebensphase zu dienen.
Ihr Christian Lange