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Beitrag für die Backnanger Kreiszeitung vom 18.02.2005

Arzneimittelausgaben gehen zurück – Gesundheitsreform wirkt

Rubrik: Das Wort hat…

Liebe Leserinnen und Leser,

die gesetzlichen Krankenkassen haben im Jahr 2004 über 2,5 Mrd. Euro weniger für Arzneimittel ausgeben als noch ein Jahr zuvor. Die Ausgaben der Kassen gingen um 11,24 Prozent gegenüber dem Vorjahr 2003 zurück. Diese Zahlen veröffentlichten erst unlängst die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände.


Der Ausgabenrückgang bei Arzneimitteln zeigt mehr als deutlich, dass die Gesundheitsreform wirkt. In der Summe betrachtet ist es der größte Ausgabenrückgang seit vielen Jahren. Durch die Gesundheitsreform werden die Krankenkassen um neun bis zehn Mrd. Euro entlastet. Damit werden die  gewünschten Entlastungswirkungen der Gesundheitsreform erreicht und die Einspareffekte des GKV-Modernisierungsgesetzes halten unvermindert an. Alle Schwarzmalerei konnte die SPD-geführte Bundesregierung widerlegen. Noch vor wenigen Monaten hatten Kritiker der Reform behauptet, die prognostizierten Ausgabenrückgänge bei Arzneimitteln seien nur ein Strohfeuer.


Im Arzneimittelbereich kommt es jetzt entscheidend darauf an, dass die Selbstverwaltung ihre Hausaufgaben macht. Denn die Ausgabenentwicklung bei Arzneimitteln liegt in der Hand von Ärzten, Apothekern und den Krankenkassen. Wir haben die gesetzlichen Maßnahmen zur Ausgabensenkung im Arzneimittelbereich ab 2005 durch neue, verbesserte Instrumente zur Ausgabensteuerung für die Selbstverwaltung abgelöst.


Das Jahr 2005 stellt die Beteiligten deshalb vor besondere Herausforderungen. Nachdem bisher die Versicherten durch Zuzahlungen entscheidend zur guten Finanzsituation der Kassen beigetragen haben, sind jetzt die Krankenkassen selbst gefordert, die neuen strukturellen Möglichkeiten zugunsten der Versicherten zu nutzen. Hier erwarte ich von allen in der Selbstverwaltung, dass sie sich ihrer Verantwortung stellen und ihren eigenen Beitrag dazu leisten, die Wirtschaftlichkeit und Qualität weiter zu verbessern und damit die erreichte Konsolidierung zu sichern und fortzusetzen.


Ärzte und Krankenkassen fordere ich auf, ihre gesetzlichen Spielräume zur Förderung einer sicheren und preisgünstigen Arzneimitteltherapie konsequent zu nutzen. Aber auch die Pharmabranche ist gefordert. Hier erwarte ich Vernunft und Augenmaß von allen. So verzichten z.B. die Mitgliedsunternehmen von Pro Generika in diesem Jahr auf Preiserhöhungen für Arzneimittel, zum Teil senken sie die Preise sogar. Der Verzicht ist ein Signal der Vernunft, des Augenmaßes und für die Bereitschaft, Verantwortung für das Gemeinwesen zu übernehmen. Ich sehe darin ein gutes Beispiel auch für andere Unternehmen der pharmazeutischen Industrie. Denn was bei den Generika-Herstellern möglich ist, sollte auch für andere Arzneimittelhersteller gelten, schließlich tragen alle Verantwortung für unser Gesundheitswesen.

 

Auch mit dem erst jüngst im Kabinett beschlossenen Präventionsgesetz können die Ausgaben für Krankheiten und kurierende Maßnahmen wirksam und nachhaltig gesenkt werden. Zum ersten Mal wird es in Deutschland eine aktive Gesundheits- und keine Krankheits-Verwaltungspolitik geben. Es ist unser Ziel, künftig wesentlich mehr Energie und finanzielle Mittel in den Erhalt von Gesundheit zu investieren, um unzählige Krankheiten erst gar nicht entstehen zu lassen. Die Stiftung für Prävention ist ein Reform-Meilenstein auf diesem Wege. Die Krankenkassen in Deutschland sind aufgefordert, verantwortungsbewusst und mit Ideenreichtum diese einmalige Chance zu nutzen und für ihre Versicherten künftig als echte Gesundheitswegweiser in jeder Lebensphase zu dienen.

Ihr  Christian Lange