Christian Lange MdB

Parlamentarischer Staatssekretär
beim Bundesminister der Justiz
und für Verbraucherschutz

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Staatssekretär
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Verbraucherschutz

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Gastkommentar für BKZ und Murrhardter Zeitung vom 20.01.2017

Wer hat Angst vor Donald Trump?

Beginnt mit der Vereidigung des 45. US-Präsidenten eine neue Zeitrechnung? Werden die USA zukünftig mittels Twitter-Meldungen regiert? Der US-Wahlkampf war geprägt von einer bisher beispiellosen Schmutzkampagne. Fake News, Hate Speech und persönliche Angriffe bestimmten den US-Wahlkampf: Das darf kein Vorbild für Deutschland sein! Harte, inhaltliche Auseinandersetzungen gerne, aber immer nur in der Sache. Ich erwarte, dass Trump nun „umschaltet“. Ich bin da leider noch skeptisch: Wenn wir dem Trump-Vertrauten Newt Gingrich glauben dürfen, wird er diesen Stil beibehalten. Ernst zu nehmen sind sicherlich verschiedene widersprüchliche Äußerungen in der jüngsten Zeit, beispielsweise über die NATO, über Russland oder über die Europäische Union. Auch seine Ankündigung, Strafzölle auf Importe zu erheben - insbesondere auf in Mexiko produzierte Autos, die in die USA verkauft werden - wirken nicht durchdacht. Sigmar Gabriel hat hier völlig Recht: Wenn die USA mehr Autos verkaufen wollen, dann müssen sie eben bessere Autos bauen! Übrigens: Wir exportieren rund 60 Prozent in die EU und nur knapp 10 Prozent in die USA. Auch wenn Sorgen angesichts seines widersprüchlichen außen- und wirtschaftspolitischen Konzeptes verständlich und berechtigt sind, halte ich Angst jedoch für fehl am Platz. Trump wird auch auf gute Beziehungen setzen müssen - ein guter „Deal“, sei es in der Politik oder in der Wirtschaft, lässt sich nicht auf Dauer durch Angst erreichen, das weiß er als Geschäftsmann am besten! Seinem Abgesang auf die Europäische Union müssen wir Geschlossenheit und Selbstbewusstsein als Europäer entgegensetzen. Europa muss mehr Verantwortung übernehmen, insbesondere für sich selbst. Alles in allem ist der Kurs der Politik des neuen amerikanischen Präsidenten bisher vage und undurchsichtig. Die transatlantischen Beziehungen werden sich massiv ändern. Dem müssen wir persönliche Begegnungen entgegensetzen. Gerade jetzt! Seit vielen Jahren ermöglichen der Deutsche Bundestag und der US-Kongress jungen Menschen - auch aus meinem Wahlkreis - als „Botschafter“ für ein Jahr in die USA zu gehen. Auch dieses Jahr wird das wieder so sein. Diese persönlichen Kontakte zu fördern, sei es zwischen Parlamentariern oder zwischen jungen Berufstätigen und Schülerinnen und Schülern im Rahmen des Parlamentarischen Patenschafts-Programms habe ich mir zur Aufgabe gemacht.

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