Christian Lange MdB

Parlamentarischer Staatssekretär
beim Bundesminister der Justiz
und für Verbraucherschutz

zu Christian Lange im BMJV »

Christian Lange MdB

Parlamentarischer
Staatssekretär
beim Bundesminister
der Justiz und für
Verbraucherschutz

Christian Lange im BMJV »

Pressemitteilung vom 06. November 2015

In Würde leben – in Würde sterben: Keine Geschäfte mit dem Tod!

Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz und SPD-Bundestagsabgeordnete Christian Lange begrüßt breite Mehrheit für überfraktionellen Gruppenantrag zur „Strafbarkeit der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung“

Lange: „Der Deutsche Bundestag und die Gesellschaft haben sich in einer langen, intensiven und sehr würdigen Debatte mit dem Thema Sterbebegleitung befasst. Jede aus ganz persönlicher Überzeugung getragene Position verdient dabei unseren Respekt für die freie Gewissensentscheidung zu diesem schweren Thema. Ich begrüße die breite Zustimmung im Deutschen Bundestag für den von Michael Brand, Kerstin Griese, Kathrin Vogler und Dr. Harald Terpe vorgelegten überfraktionellen Gesetzentwurf zur „Strafbarkeit der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung“, den ich ebenfalls unterstütze. Die absolute Mehrheit der Abgeordneten hat sich gleich im ersten Wahlgang in namentlicher Abstimmung für den rechtlich sicheren wie ethisch und politisch überzeugenden Vorschlag ausgesprochen."

Der Deutsche Bundestag hat gerade eine Reform der Palliativ- und Hospizversorgung auf den Weg gebracht, um die menschliche und medizinische Begleitung von Sterbenden zu Hause, in Hospizen, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen zu verbessern. Lange: „Zugleich mussten wir uns mit der Frage befassen, wie wir dem noch relativ neuen Phänomen der organisierten Suizidbeihilfe durch Einzelpersonen oder Organisationen begegnen. Hier sehe ich die große Gefahr, dass das geschäftsmäßige Angebot von Sterbehilfe insbesondere alte und kranke Menschen, die anderen nicht zur Last fallen wollen, unter Druck setzt, ihr Leben mit fremder Hilfe frühzeitig zu beenden. Eine solche Entscheidung ist – auch angesichts einer immer besser werdenden medizinischen und menschlichen Begleitung in Leidensphasen – tragisch und kann durch eine gute menschliche und medizinische Sterbebegleitung abgewendet werden. Unsere Gesellschaft würde ein falsches Signal setzen, wenn wir solche Angebote weiterhin zulassen oder gar staatlich regulieren. Der Etablierung von sogenannten Sterbehelfern, die ihre Angebote in Anzeigen offerieren, soll nicht weiter der Weg bereitet werden!“ 

Auch wenn bisher ein breiter gesellschaftlicher Konsens über Umfang und Inhalt einer Regulierung in diesem Bereich nur schwer auszumachen gewesen sei, so habe die zurückliegende Debatte gezeigt, dass zumindest in einer Frage weitgehende Übereinstimmung bestehe: Niemand soll aus dem Leid und dem Tod von Menschen in ausweglosen Situationen Profit schlagen dürfen! Eine kommerziell organisierte Sterbehilfe wird generell abgelehnt.

Lange: „Diesen Gedanken greift der von mir unterstützte Gesetzentwurf auf, mit dem die Einführung der Strafbarkeit der geschäftsmäßigen, d.h. der auf Wiederholung angelegten Förderung zum assistierten Suizid, vorgeschlagen wird. Es ist ein Weg der Mitte, der Selbstbestimmung und ärztlich verantwortungsvolles Handeln ebenso schützt, wie die Würde von sterbenskranken Menschen.“ Der Gesetzentwurf, der im Gegensatz zu Entwürfen anderer Gruppen, weder weitreichende neue Strafbarkeiten wie ein Totalverbot, noch eine Öffnungsklausel für eine Ausweitung des ärztlich assistierten Suizids zulasse, werde dazu beitragen, die geschäftsmäßige Ausweitung der Sterbehilfe einzudämmen.

... zurück zur