Christian Lange MdB

Parlamentarischer Staatssekretär
bei der Bundesministerin der Justiz
und für Verbraucherschutz

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Verbraucherschutz

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Kolumne BKZ und Murrhardter Zeitung vom 04.01.2013

Eine schöne Tradition

Ob man katholisch ist oder sowie ich, evangelisch, auf den Dreikönigstag kann man sich nur freuen. Selbst wenn er -wie in diesem Jahr - auf einen Sonntag fällt. Doch selbst ohne zusätzlichen freien Tag bringt er uns Jahr für Jahr wundervolle Bräuche. So freue ich mich jedes Jahr aufs Neue ganz besonders auf die Sternsinger. Wenn die jungen Menschen im Kostüm von Haus zu Haus ziehen und all jenen, die sie einlassen ein Lied singen, zeigt sich immer wieder, wie sehr man so manche Tradition doch vermissen würde. Und viele Menschen freuen sich an jedem Tag des ganzen Jahres über die traditionelle Segensbitte C¬+M+B (für "Christus Mansionem Benedicat", zu deutsch Christus segne dieses Haus) über ihrer Tür. Doch warum feiern wir eigentlich den Dreikönigstag? Mit den Drei Königen sind jene Weisen aus dem Morgenland gemeint, die in der Weihnachtsgeschichte des Matthäus-Evangeliums erwähnt werden. "Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um dem Messias zu huldigen", heißt es dort. So vom Stern von Betlehem geleitet, finden sie das Christkind in seiner Krippe, huldigen ihm und bringen ihm Geschenke dar. Und genau nach diesem Stern ist auch der eigentliche Name dieses Tages abgeleitet. Er lautet "Epiphanie" und steht für "Erscheinung", das "Sichtbarwerden" eben jenes himmlischen Zeichens. Die Geschenke -Gold, Weihrauch und Myrrhe - die sie dem neugeborenen darbieten, haben zugleich eine wichtige symbolische Bedeutung. Das Gold des Melchior ist eines Königs würdig. Der Weihrauch des Balthasar soll auf die Göttlichkeit des beschenkten Jesuskindes hindeuten. Und die Myrrhe, die Caspar bringt, verweist als Mittel der Einbalsamierung bereits auf den späteren Tod und die Auferstehung. Gerade in Zeiten, in denen viel zu oft der eigentliche Hintergrund von Festen in Vergessenheit zu geraten droht, lohnt es sich, daran zu erinnern. Denn es geht nicht nur um Religion, sondern auch um unser gemeinsames kulturelles Erbe. Auch, weil der Dreikönigstag eine wichtige Tradition in ganz Europa hat. Am wichtigsten ist er wohl in Spanien. Wie bei uns in Baden-Württemberg ist der 6. Januar auch bei den Iberern ein Feiertag. Und im Gegensatz zu weiten Teilen der Welt hat hier der Weihnachtsmann den Heiligen Drei Königen noch nicht den Rang abgelaufen. Noch immer will es die Tradition, dass die Weisen aus dem Morgenland den Kindern die Weihnachtsgeschenke bringen. Und noch immer ist damit ein besonders schöner Brauch verbunden. Vor dem Zubettgehen stellen die Kleinen ihre Schuhe ans Fenster und daneben für jeden der drei Könige jeweils ein Glas Likör und einen Keks. Selbst die Kamele werden nicht vergessen, für sie gibt es Hafer. Bei unseren griechischen Freunden ist zwar nicht von Balthasar, Caspar und Melcheor die Rede, doch auch hier feiert man den 6. Januar traditionell - allerdings das Fest der Taufe Christi. Mit den "Kalanta", traditionellen Liedern vertreibt man am Vorabend böse Geister, bevor dann am nächsten Tag in Messen und Prozessionen der Tag begangen wird. Auch kulinarisch hat der Dreikönigstag einiges zu bieten. Die Franzosen backen eifrig die "Galette des rois", einen Kuchen in dessen Inneren sich eine kleine Figur befindet. Und das Beste: wer sie findet, wird für den Rest des Tages zum König gekrönt. Sie sehen also: Die Heiligen Drei Könige stehen für eine schöne Tradition, die es sich lohnt zu bewahren. Das können nicht einmal die krawalligen Reden der FDP auf ihrem Dreikönigstreffen ändern. Wir haben also allen Grund uns aufs Wochenende zu freuen. Denn selbst wenn wir auf Gold, Myrrhe und Weihrauch vergeblich warten, eine gute Zeit erwartet uns mit Sicherheit.
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