Christian Lange MdB

Parlamentarischer Staatssekretär
beim Bundesminister der Justiz
und für Verbraucherschutz

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Verbraucherschutz

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BKZ-Kolumne vom 05.12.2008

Gib AIDS keine Chance

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

AIDS kann jeden treffen und es ist nach wie vor eine tödliche Krankheit.

Deshalb  liegt es in unser aller  Verantwortung, dafür zu sorgen, dass die Gefahr einer Ansteckung mit HIV nicht aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwindet. Umso größere Bedeutung kommt aus diesem Grund dem jährlich am 1. Dezember begangenen Weltaidstag zu. Seit 1988  erinnern zu diesem Datum verschiedenste Organisationen weltweit an das Thema AIDS und rufen dazu auf, aktiv zu werden und Solidarität mit Infizierten, Kranken und ihren Angehörigen zu zeigen.

Wie nötig dies nach wie vor ist, verdeutlicht ein Blick auf die Statistik. Etwa 33 Millionen Menschen weltweit sind mit dem HI- Virus infiziert. Das entspricht etwa der Gesamtbevölkerung von Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen - gemeinsam. Nach wie vor sterben jährlich über 2 Millionen Menschen an AIDS, gleichzeitig gab es im vergangenen Jahr weltweit 2,5 Millionen Neu-Infektionen. Am stärksten betroffen sind die Länder im Süden Afrikas, auch die Infektionsraten in Asien  und Osteuropa sind alarmierend  hoch. Hier besteht großer Nachholbedarf in Sachen Aufklärung, Risikobewusstsein und medizinischer Hilfe für die Infizierten.

Neigt man in Deutschland häufig dazu, das Problem HIV dank guter Medikation für gelöst zu halten, so handelt es sich dabei um einen gefährlichen Irrtum. Nachdem die Zahl der Neuinfizierten in den 90er Jahren zurückging, begann  im neuen Jahrtausend ein wiederholter Anstieg  der HIV- Neuinfektionen.
Zwar liegen die Zahlen im internationalen Vergleich auf einem sehr niedrigen Niveau und auch die Zunahme der Ansteckungen hat sich etwas abgeflacht, doch besteht dennoch kein Grund zur Entwarnung. Denn nach Schätzungen des Robert- Koch- Instituts haben sich auch 2008 erneut 3000 Menschen in Deutschland infiziert. 

Wir dürfen also nicht vergessen: AIDS ist nach wie vor eine nicht heilbare Krankheit ? wir können deshalb bei der Aidsprävention nicht nachlassen.
Umso wichtiger ist aus diesem Grund die Entscheidung der Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt,  die Mittel für die Aidsprävention für das Jahr   2009 noch einmal um eine Million auf 13,2 Mio. Euro zu erhöhen. In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass Aufklärungskampagnen tatsächlich die erhoffte Wirkung zeigen. Schützten sich   etwa vor 15 Jahren noch weniger als die Hälfte der jungen Menschen regelmäßig mit Kondomen, so beträgt ihr Anteil aktuell zwei Drittel. Dennoch hat eine gewisse Sorglosigkeit Einzug gehalten, die für jeden Einzelnen von uns zur tödlichen Gefahr werden kann. Denn AIDS geht uns alle an. Und die Krankheit hat viele Gesichter. So sind zwar Männer, die Sex mit Männern haben  mit 65 Prozent nach wie vor die wichtigste Betroffenengruppe, doch gleichzeitig ist auch ein leichter Anstieg der Übertragungen bei hetero-sexuellen Kontakten  zu beobachten. Jeder Einzelne ist also gefordert, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Safer Sex, also der Schutz mit Kondomen, bleibt folglich ohne Alternative. So wichtig das Thema Prävention ist, so wenig darf darüber unsere Solidarität mit den bereits Erkrankten vergessen werden. Insgesamt leben heute rund 63 500 Menschen in Deutschland  mit dem Virus. Sie nicht auszugrenzen und zu stigmatisieren, sondern ihnen vielmehr in ihrer schweren Lage  die notwendige Unterstützung und Anerkennung zukommen zu lassen ist die Aufgabe  von uns allen. Wir müssen ihnen zeigen, dass sie ohne wenn und aber Teil unserer Gesellschaft sind.

Die Botschaft, die auch in diesem Jahr vom Weltaidstag ausging darf also nicht auf diesen Tag  beschränkt bleiben. Sie sollte uns aufrütteln, uns und unsere Mitmenschen vor AIDS zu schützen und ohne falsche Scheu auf Betroffene zuzugehen.

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