Christian Lange MdB

Parlamentarischer Staatssekretär
beim Bundesminister der Justiz
und für Verbraucherschutz

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Christian Lange MdB

Parlamentarischer
Staatssekretär
beim Bundesminister
der Justiz und für
Verbraucherschutz

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Veröffentlichung vom Februar 2004

Schluss mit der Wirtschaftsdemokratie!

Zu seiner Zeit war das Konzept der Wirtschaftsdemokratie die zeitgemäße Reaktion mutiger Sozialdemokraten auf radikal veränderte Rahmenbedingungen. Genau diesen Mut zum Abschied von vergangenen Gewissheiten benötigt die SPD heute wieder / VON CHRISTIAN LANGE

Unsere Zeit steckt, wie kaum eine andere zuvor, voller Möglichkeiten zum Guten und zum Bösen. Die weitsichtigen Worte Willy Brandts in seiner letzten Adresse an die Sozialistische Internationale rufen uns die Verantwortung ins Bewusstsein, die wir angesichts der enormen Herausforderungen, denen wir heute gegenüberstehen, für die Zukunft unseres Landes tragen. Denn sie mahnen uns, nicht vor Problemen zu erstarren, mögen sie auch noch so groß und unüberwindbar erscheinen, sondern das Neue anzunehmen, um die Prägekraft der sozialdemokratischen Vision von Freiheit und Gerechtigkeit zu bewahren.

Wir müssen begreifen: Die tief greifenden globalen Veränderungen der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen, denen wir uns tagtäglich gegenüber sehen, bergen nicht nur Risiken. Gewiss, die Angst vor Veränderung ist menschlich. Doch dürfen wir uns von ihr nicht lähmen lassen, wollen wir die vielfältigen Chancen, die den gegenwärtigen Entwicklungen eben auch innewohnen, nicht ungenutzt verstreichen lassen. In ihrer langen und stolzen Geschichte hat sich die Sozialdemokratische Partei stets deshalb als progressiver Motor der Gesellschaft ausgezeichnet, weil sie nicht davor zurückschreckte, althergebrachte Wahrheiten zu überdenken - um gesellschaftlichen Wandel zu gestalten, anstatt der Vergangenheit hinterherzulaufen.

Die Menschen innerhalb wie außerhalb der SPD erwarten von uns klare Antworten auf die drängenden Fragen unserer Zeit - in der Sprache unserer Zeit. Wollen wir die Menschen auch in Zukunft erreichen, müssen wir uns also notwendigerweise auch mit unserer Sprache auseinandersetzen. Selbstkritisch, nicht selbstzerfleischend. Nicht, um dem Zeitgeist hinterherzulaufen, sondern um ihn zu prägen. So schmerzhaft dieser Umdenkprozess vielen auch erscheinen mag - eine glaubwürdige programmatische Erneuerung kann nur dann gelingen, wenn sie einher geht mit einer vorbehaltlosen begrifflichen Neuorientierung. Denn Begriffe sind kein Selbstzweck.

Den Menschen reinen Wein einschenken

Ganz bewusst haben wir uns deswegen in unserem Beitrag Impulse für ein neues Grundsatzprogramm der SPD für den steinigeren Weg entschieden und darauf verzichtet, aus unserer Sicht Überholtes allein zum Zweck der - falsch verstandenen - Traditionspflege in den gänzlich veränderten Kontext der Gegenwart hinüber zu befördern. Wir sind überzeugt: Aufrichtigkeit zahlt sich aus. Denn um das Wichtige zu tun, müssen wir die Menschen mitnehmen. Um sie zu überzeugen, müssen wir ihnen reinen Wein einschenken.

(...)

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