Christian Lange MdB

Parlamentarischer Staatssekretär
beim Bundesminister der Justiz
und für Verbraucherschutz

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Christian Lange MdB

Parlamentarischer
Staatssekretär
beim Bundesminister
der Justiz und für
Verbraucherschutz

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Veröffentlichung vom Juni 2003

Sozialer Dienst für freie Bürger

Der neuen militärischen Herausforderung des Terrorismus kann man langfristig nur mit einer Armee von Freiwilligen begegnen. Die Wehrpflicht hat ausgedient. An ihre Stelle muss ein Allgemeiner Sozialer Dienst treten / VON CHRISTIAN LANGE

Die Welt hat sich verändert. Neue, in ihrer Komplexität und Intensität beispiellose Herausforderungen in allen Bereichen des politischen, wirtschaftlichen und sozialen Lebens erfordern mutige Antworten. Die Überwindung der jahrzehntelangen Spaltung des europäischen Kontinents in der Mitte unseres Landes bedeutete mitnichten das Ende der Geschichte. Vielmehr sehen wir uns heute mehr denn je rapiden globalen Entwicklungen gegenüber, die uns allen Tag für Tag die Notwendigkeit tiefgreifender struktureller Erneuerung vor Augen führen - auf nationaler wie internationaler Ebene.

Probleme müssen gelöst werden. Doch kann dies in Zeiten wie diesen keineswegs unter Rückgriff auf vorgestanzte Antwortschablonen längst vergangener Jahrzehnte geschehen. Denn die sicherheitspolitische Lage hat sich weltweit verändert. Die grausame Totalität des globalisierten Terrorismus bedroht die fundamentalen Werte menschlichen Zusammenlebens weltweit. Er greift uns alle an, er will uns das Wertvollste nehmen. Unsere Freiheit. New York, Djerba und Istanbul sind zu Synonymen für Trauer und Verzweiflung geworden; zur tausendfachen Mahnung, fanatischen Hass und Gewalt nicht schicksalsergeben hinzunehmen. Wir müssen uns den Herausforderungen stellen oder sie stellen uns.

Nicht zuletzt deswegen führt langfristig kein Weg an einer grundlegenden Reform der Sicherheitsstrukturen in Deutschland und Europa vorbei. Die europäische Integration darf gerade an dieser Stelle nicht vor nationalen Eitelkeiten zurückweichen, wollen wir uns auch zukünftig noch stärker zu unserer internationalen Verantwortung bekennen und den vielfältigen Bedrohungen für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte im Einklang mit den völkerrechtlichen Normen der Vereinten Nationen mutig und entschlossen entgegentreten.

Krisen rund um den Globus

Mittelfristig kann dies jedoch nur im Zuge einer schrittweisen Eingliederung der bisher im nationalstaatlichen Rahmen geführten Armeen der EU-Staaten in eine gemeinsame europäische Sicherheitsstruktur geleistet werden: der vitalen Bedeutung der transatlantischen Partnerschaft stets bewusst, frei von Abhängigkeiten und auf gleicher Augenhöhe. Zentrales Element dieses neuen, zukunftsfähigen Rahmens kann nur eine gemeinsame europäische Berufs- und Freiwilligenarmee sein, die durch zielgerichtete Ausbildungsstandards den rapide gewachsenen Anforderungen professionell gerecht wird. Denn der dramatische Wandel im internationalen System verändert das Anforderungsprofil moderner Armeen fundamental. Die Zahl der Auslandseinsätze steigt. Das Lokale wird global, Krisen rund um den Globus verlangen schnelle, flexible Reaktionen, wie sie innerhalb der gegenwärtigen Strukturen dauerhaft nicht geleistet werden können.

(...)

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