Christian Lange MdB

Parlamentarischer Staatssekretär
beim Bundesminister der Justiz
und für Verbraucherschutz

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Christian Lange MdB

Parlamentarischer
Staatssekretär
beim Bundesminister
der Justiz und für
Verbraucherschutz

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Veröffentlichung vom April 2002

Keine Wohlfahrt in Wisconsin

Der hessische Ministerpräsident Roland Koch preist die Wohlfahrtsreform des amerikanischen Bundesstaates Wisconsin als Vorbild an. Doch das dortige Modell ist vollständig gescheitert. Deutschland braucht einen staatlich subventionierten Niedriglohnsektor.

Wie verheerend die Ergebnisse von W-2 ausfallen, ergibt sich eindrücklich aus einem Bericht mit dem Titel Passing the Buck: W-2 and Emergency Services in Milwaukee County (www.wisconsinsfuture.com), der von der Interfaith Conference of Greater Milwaukee, dem Center of Economic Development an der Universität von Wisconsin und dem Institut for Wisconsin’s Future herausgegeben wurde. Der Bericht dokumentiert, dass seit der Implementierung des W-2-Programms im September 1997 private gemeinnützige Programme und die Kirchen „für viele bedürftige Familien das einzige Sicherheitsnetz bieten“.

Einige wichtige Ergebnisse: Die Zahl derer, die zwecks Erhalt von Lebensmitteln an Gemeindehotlines verwiesen wurden, stieg zwischen 1996 und 2000 um 136 Prozent. Im Zeitraum von fünf Jahren wuchs die Zahl derer, die Mahlzeiten in Suppenküchen erhielten, um 49 Prozent; die Zahl der Menschen, die von der zentralen Notunterkunfts-Hotline an Notunterkünfte verwiesen wurden, stieg zwischen 1998 und 2000 um 53 Prozent. Ausweichheime für Obdachlose nahmen 2000 drei Mal so viele Menschen pro Nacht auf wie 1997. Die Notunterkünfte sind nahezu ständig voll. Die Kluft zwischen der Nachfrage nach einer Notunterkunft und dem Angebot an Plätzen ist seit 1997 um 406 Prozent gewachsen. Zwischen 1995 und 1999 verdoppelte sich die Zahl der Personen, die kostenlose gesundheitliche Versorgung in Krankenhäusern der Region in Anspruch nehmen mussten, die Anzahl der unbezahlten Arztrechnungen stieg um 82 Prozent. Nur 15 Prozent der Kirchengemeinden sind der Auffassung, die Situation der Familien habe sich seit 1995 verbessert; 87 Prozent der Befragten berichten, sie hätten im Vergleich zu 1995 im Jahr 2000 ebenso viele oder mehr Hilfsersuchen erhalten.

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