Christian Lange MdB

Parlamentarischer Staatssekretär
beim Bundesminister der Justiz
und für Verbraucherschutz

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Christian Lange MdB

Parlamentarischer
Staatssekretär
beim Bundesminister
der Justiz und für
Verbraucherschutz

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Veröffentlichung vom Mai 2001

Perspektiven für die Perspektivlosen

Was wird aus Jugendlichen, denen eine Lehre zu schwierig ist? Berufsbildungspolitik muss heute gerade jenen sorgen, die alleine keine Chance hätten. Flexible Einstiege und Bildungsgänge sind der richtige Weg – man muss ihn nur gehen.
Das Hauptinteresse in der Berufsausbildungspolitik hat bisher stets darin bestanden, Ausbildungsplätze für alle ausbildungswilligen und -fähigen Jugendlichen zu schaffen. Bei diesem Ziel wird es auch in Zukunft bleiben. Doch neben der Debatte über die quantitativen Zahlenverhältnisse auf dem Lehrstellenmarkt rückt inzwischen die Frage stark in den Vordergrund, wie die Berufsausbildung qualitativ weiterentwickelt werden kann. Warum ist das so? Die arbeitsorganisatorischen und technologischen Veränderungen der Arbeitswelt stellen das Ausbildungssystem ständig vor die Aufgabe, neue Trends aufzugreifen und inhaltliche wie strukturelle Anpassungen vorzunehmen. In der hoch entwickelten Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft werden gerade den Berufseinsteigern immer mehr Kenntnisse und Fähigkeiten abverlangt. Deshalb haben es Jugendliche, die bereits mit Nachteilen ins Berufsleben starten, heute besonders schwer, eine geeignete Berufsausbildung zu finden und diese dann mit Erfolg zu Ende zu führen. Pro Jahr verlassen etwa 80.000 leistungs- oder lernschwächere Jugendliche die Hauptschule ohne Schulabschluss. In den gängigen Lehrberufen finden sie kaum noch einen Ausbildungsplatz. Wenn doch, sind sie den Anforderungen des Ausbildungsberufes häufig nicht gewachsen. Das gilt auch für qualifizierungswillige und -fähige Jugendliche. Diese Jugendlichen sind regelmäßig die Arbeitslosen von morgen, was die Statistiken der Arbeitsämter eindeutig belegen. Fast die Hälfte der Erwerbslosen in der Bundesrepublik besteht aus Menschen, die keine Berufsausbildung abgeschlossen haben. Kurzum, je niedriger die berufliche Qualifikation, desto größer wird das individuelle Risiko auf dem Arbeitsmarkt. Wenn dieses Risiko nicht bekämpft wird – und zwar auch im Hinblick auf die nächste Generation –, besteht die Gefahr, dass sich ein „Sozialhilfeadel“ etabliert, eine in sich geschlossene Nebengesellschaft also, die ihren Lebensunterhalt nicht aus eigener Kraft bestreiten kann, sondern nur noch mittels sozialer Transferleistungen.

Mit Mathe und Deutsch klappt es nicht gut

Dazu darf es nicht kommen. Das wichtigste Instrument zur Vermeidung von Jugendarbeitslosigkeit ist und bleibt deshalb zwar die betriebliche Ausbildung im dualen System – immerhin fast 70 Prozent der Schulabgänger entscheiden sich für diesen Weg. Eingangstests der Unternehmen zeigen aber deutlicher denn je, dass die Ausbildungsreife der Jugendlichen abgenommen hat. Immer mehr von ihnen verlassen die allgemeinbildenden Schulen ohne ausreichende Basiskenntnisse in den Fächern Mathematik und Deutsch sowie in den Fremdsprachen. Oft haben diese Jugendlichen allerdings ausbaufähige, praktische Fähigkeiten und Interessen.

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