Christian Lange MdB

Parlamentarischer Staatssekretär
beim Bundesminister der Justiz
und für Verbraucherschutz

zu Christian Lange im BMJV »

Christian Lange MdB

Parlamentarischer
Staatssekretär
beim Bundesminister
der Justiz und für
Verbraucherschutz

Christian Lange im BMJV »

Veröffentlichung vom März 2001

Kombilohn statt Stütze

Arbeit für alle“, „Arbeit ohne Armut“, „Arbeit muss sich lohnen“ – sie klingen abgedroschen, diese Slogans. Und doch hat sich an ihrer Gültigkeit seit dem Regierungswechsel nur wenig geändert. Zwar ist die Arbeitslosigkeit in Deutschland um eine Million zurückgegangen, aber sie bleibt ein bedrückendes Massenphänomen. Das zunächst erfolgreich wiederbelebte Bündnis für Arbeit wurde kürzlich in Leitartikeln zum „Bündnis ohne Arbeit“ umgetauft. Was ist schief gelaufen?
Eigentlich nichts, denn bislang wurde kaum etwas gewagt. Dabei hat es in den letzten Jahren eine ausgiebige Debatte um verschiedene Modelle zur Förderung eines Niedriglohnsektors in Deutschland gegeben. Dass dieser Sektor massiv ausgeweitet werden muss, steht angesichts des hohen Anteils von gering Qualifizierten unter den Arbeitslosen außer Frage. Nun muss sich die oft sehr akademisch geführte Diskussion von der Fixierung auf bestimmte Modelle lösen und zu konkreten Entscheidungen führen. Eine Ausweitung des derzeit laufenden Modellversuches, wie im Leitantrag „Sicherheit im Wandel“ für den kommenden Bundesparteitag der SPD gefordert, reicht dabei nicht aus. Es ist höchste Zeit, dass die sozialdemokratische Politik einen Strukturwandel einleitet, der den Arbeitsmarkt in neue Bahnen lenkt, ohne seine schwächsten Mitglieder zu benachteiligen.

Maschinen ersetzen Menschen

Ein grundlegender Politikwechsel ist notwendig, weil die Beschäftigungsprobleme Konsequenzen der wirtschaftlichen Globalisierung und des Übergangs vom Industrie- zum Informations-zeitalter sind. Drastisch gesunkene Transport- und Kommunikationskosten haben in den vergangenen Jahrzehnten eine neue inter- und transnationale Arbeitsteilung entstehen lassen, bei der einfache und arbeitsintensive Produktionsprozesse in Niedriglohnländer verlagert werden. Zudem ersetzen Maschinen in der Industrie immer mehr manuelle Tätigkeiten. Während der industrielle Sektor in den OECD-Staaten zurückgeht, entstehen im Dienstleistungssektor zunächst vor allem Arbeitsplätze in der Wissensökonomie, für die qualifizierte und flexible Menschen gesucht werden.
Insgesamt bringt dieser Wandel zwar mehr Vor- als Nachteile, doch diese sind ungleichmäßig verteilt, und die Nachteile häufen sich besonders bei gering qualifizierten Arbeitskräften ohne Ausbildung. Von der Massenarbeitslosigkeit in den meisten Staaten Westeuropas sind sie am härtesten betroffen. In Deutschland hat sich der Anteil von gering Qualifizierten an der Gesamtbeschäftigung zwischen 1975 und 1995 auf etwa 15 Prozent halbiert und schrumpft weiter – unter den Arbeitslosen hingegen liegt der Anteil der gering Qualifizierten heute bei fast 40 Prozent.

(...)

... zurück zur
Download

...den vollständigen Artikel als PDF-Datei (17 KB)

(zum Speichern der Datei den Link mit der rechten Maustaste anklicken und "Ziel speichern unter" wählen)